Logokonstruktion

 

Die Gazelle funktioniert, weil sie wenige, klare Regeln befolgt:

  • Raster: Ein Quadrat ist in 6 × 6 Einheiten geteilt. Die Proportionen (Ohren, Hörner, Kopf) beziehen sich auf diese Einheiten.
  • Achsensymmetrie: Man konstruiert nur eine Hälfte und spiegelt sie. Das spart Arbeit und wirkt automatisch ruhig.
  • Wenige Kreisgrössen: Fast alle Konturen sind Kreisbögen aus einer kleinen Familie von Durchmessern. Deshalb wirken die Kurven verwandt.
  • Saubere Übergänge: Wo zwei Bögen sich treffen, berühren sie sich tangential, es gibt keinen Knick. Echte Ecken gibt es nur dort, wo sie gewollt sind, etwa bei den Hornspitzen.
  • Einheitliche Strichstärke und nur zwei Werte (Grau und Weiss) für die Flächen.

 

Vorgehen in Schritten

  1. Fotos sammeln: Suche Fotos mit typischer Pose oder Körperhaltung.
  2. Motiv beobachten: Skizziere dein Motiv. Welche zwei bis drei Merkmale machen das Tier erkennbar? Bei der Gazelle sind es die Hörner, die grossen Ohren und die schmale Schnauze. Alles andere fällt weg.
  3. Reduzieren: Drei bis vier Skizzen, jede einfacher als die vorherige. Erst die Silhouette, dann die Binnenformen.
  4. Raster festlegen: Ein Quadrat mit 4 × 4 bis 8 × 8 Einheiten und eine Mittelachse.
  5. Kreisfamilie bestimmen: Nur drei bis fünf Durchmesser verwenden, idealerweise in einfachen Verhältnissen, also 1, 2, 3 und 6 Einheiten wie im Beispiel.
  6. Konturen aus Bögen zusammensetzen: Jede Kurve ist ein Stück eines Kreises. Wo Bögen sich treffen, auf tangentiale Übergänge achten.
  7. Aufräumen: Hilfslinien ausblenden, Strichstärke vereinheitlichen, Flächen füllen.
  8. Testen:
    • Funktioniert das Logo sehr klein, etwa 1 cm oder als App-Icon?
    • Funktioniert es nur in Schwarz, ohne Grau?
    • Funktioniert es invertiert, also weiss auf schwarz?
    • Ist es als reine Silhouette noch erkennbar?

Typische Fehler von Lernenden

  • Zu viele Details: Fell, Augenglanz und Barthaare überleben die Verkleinerung nicht.
  • Zu viele verschiedene Kreisgrössen: Dann bringt das Raster nichts mehr.
  • Kreise zufällig platziert: Ihre Mittelpunkte sollten auf Rasterpunkten, Rasterlinien oder der Achse liegen.
  • Knicke an den Übergängen zwischen zwei Bögen.
  • Seitenansicht gewählt: Das ist schwieriger, weil die Symmetrie als Hilfe wegfällt.

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