Kulturelle Unterschiede
Internationale Standards (wie ISO-Normen) versuchen, Zeichen für Flughäfen oder Bahnhöfe komplett kulturneutral zu gestalten. Dennoch zeigen Studien zur interkulturellen Kommunikation, dass Nuancen wie „Kälte“ oder „Hobby“ je nach Herkunftsland völlig andere visuelle Assoziationen hervorrufen. Während US-Amerikaner bei Symbolen oft isolierte Einzelobjekte betrachten, achten Menschen in asiatischen Kulturkreisen stärker auf das Gesamtbild und den Kontext.
Designtipps für internationale Symbole
Hier sind die wichtigsten Designprinzipien für die Erstellung kulturübergreifender und international verständlicher Symbole:
1. Abstrakte statt realistische Formen nutzen
- Menschliche Silhouetten: Vermeiden Sie spezifische Kleidungsstücke, Frisuren oder Körperformen. Nutzen Sie stattdessen die geschlechtsneutralen Standard-Strichmännchen (ISO-Standard).
- Objekte reduzieren: Zeichnen Sie keine spezifischen Produktmodelle. Ein Festnetztelefon aus den 1990er-Jahren wird von Jugendlichen weltweit oft nicht mehr erkannt; nutzen Sie stattdessen universell gelernte, minimalistische Icons.
2. Kulturell aufgeladene Metaphern vermeiden
- Keine Tier-Metaphern: Eine Eule steht im Westen für Weisheit, gilt in Teilen Asiens und Afrikas jedoch als Vorbote von Pech oder Dummheit.
- Keine Handgesten: Das „OK“-Zeichen (Daumen und Zeigefinger zum Kreis) ist in manchen Ländern extrem beleidigend. Das „Daumen hoch“-Symbol wird im Nahen Osten oft negativ interpretiert.
- Keine lokalen Alltagsgegenstände: Ein Briefkasten sieht weltweit überall völlig anders aus. Nutzen Sie stattdessen das neutrale Bild eines Briefumschlags für Post oder Nachrichten.
3. Vorsicht bei der Farbwahl
Farben transportieren je nach Kulturkreis völlig gegensätzliche Bedeutungen:
- Rot: Steht im Westen oft für Gefahr oder Stopp, in China hingegen für Glück, Erfolg und Wohlstand.
- Weiss: Bedeutet im westlichen Raum Reinheit und Frieden, ist in vielen asiatischen Ländern jedoch die traditionelle Farbe für Trauer und Tod.
- Gelb: Signalisiert im Westen Warnung, steht in Ägypten für Trauer und in Japan für Mut.
4. Leserichtung und Leseraster beachten
- Chronologie: Im Westen wird von links nach rechts gelesen. Symbole, die eine zeitliche Abfolge oder Bewegung darstellen, müssen für den arabischen oder hebräischen Raum gespiegelt werden.
- Blickrichtung: Fahrzeuge oder rennende Figuren sollten in Ländern mit Links-nach-Rechts-Schrift nach rechts zeigen, um Dynamik und Vorwärtsbewegung zu signalisieren.
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