Projektauftrag

 

Aufgabenstellung

Du klebst mit braunem Verpackungsklebeband ein Bild im Format A3 auf eine Druckfolie oder ein Acrylglas. Durch unterschiedliche Schichtdicken entstehen Helligkeitsstufen – von transparent bis fast opak. Erst das LED-Leuchtpad von unten lässt das Bild wie von innen heraus leuchten: warm, sepia-farben, wie ein Bild aus einem alten Film Noir.

 

1️⃣ BEOBACHTEN

 

Max Zorn – Werkbetrachtung

Max Zorn (*1987, Amsterdam) klebt braunes Paketklebeband in mehreren Lagen auf Acrylglas und schneidet es mit dem Skalpell zu. Erst durch Hinterleuchtung werden die Helligkeitsabstufungen sichtbar. 2011 hängte er seine Werke nachts heimlich an Amsterdamer Strassenlaternen – ein virales YouTube-Video machte ihn weltbekannt.

 

📝 Auftrag: Werkbetrachtung

Öffne die Galerie von Max Zorn: https://www.maxzorn.com/gallery  

Beantworte schriftlich 4 der folgenden 10 Fragen (deine Wahl):

  1. Erstes Gefühl – Welches Bild fällt dir zuerst ins Auge? Was zieht dich daran an?
  2. Material erkennen – Würdest du auf den ersten Blick merken, dass das Klebeband ist?
  3. Licht & Schatten – Wie entstehen Hell-Dunkel-Abstufungen nur mit braunem Band?
  4. Themen & Motive – Welche Motive tauchen immer wieder auf?
  5. Stimmung – Welche Stimmung erzeugen die Werke, und womit erreicht Zorn das?
  6. Filmisch – Welche Bilder wirken wie ein Filmstill? Was macht diesen Eindruck aus?
  7. Farbe – Fast alles ist sepia-braun. Wie wirkt das? Was würde sich in Farbe verändern?
  8. Technik & Aufwand – Was war wohl am schwierigsten? Wie lange wurde gearbeitet?
  9. Öffentlicher Raum – Zorn hängte Werke an Laternen. Verändert das deine Wahrnehmung?
  10. Dein Urteil – Ist das für dich «echte Kunst»? Ändert sich dein Urteil bei einem Preis von über 10'000 Franken?

 

Sepia & Film Noir

Das braune Klebeband erzeugt automatisch eine Sepia-Stimmung: zeitlos, melancholisch, nostalgisch – wie ein altes Foto. Max Zorn liebt diese Welt des Film Noir: geheimnisvolle Figuren, hartes Gegenlicht, Grossstadt bei Nacht.

 

B 📝 Auftrag: Wirkung von Sepia

Vergleiche ein Farbbild und ein Sepia-Bild desselben Motivs.

Notiere je 3 Adjektive für Farb- und Sepiabild. Was verändert die Sepia-Wirkung?

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2️⃣  SAMMELN

Motiv und Bildvorlagen suchen

Geeignete Motive für Packing Tape Art haben starke Hell-Dunkel-Kontraste: Porträts mit dramatischer Beleuchtung, Stadtszenen bei Nacht, Silhouetten, Film-Noir-Atmosphäre.

 

C 📝 Auftrag: Bildvorlagen sammeln

Suche 5 Bilder mit starkem Hell-Dunkel-Kontrast (Porträt, Stadt bei Nacht, Silhouette …).

Speichere sie in einem Bildordner ab.

Wandle sie mit dem Sepia-Tool in Sepiatöne um: https://www.pinetools.com/sepia-effect-image  

Speichere auch die Sepia-Versionen ab.

 

Bildkriterien für Tape Art:

  • Starker Kontrast zwischen Licht und Schatten
  • Wenige, klare Flächen (keine zu kleinen Details)
  • Film-Noir-Stimmung: Nacht, Gegenlicht, dramatische Perspektive
  • Gut geeignet: Porträts, Stadtszenen, Silhouetten
  • Weniger geeignet: gleichmässig graue Flächen, sehr viele Kleinstdetails

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3️⃣  EXPERIMENTIEREN

Tontrennung – digitale Vorlage vorbereiten

Die Tontrennung (Posterisierung) vereinfacht das Bild auf wenige Töne. Das erleichtert das Kleben: du erkennst klar, welche Flächen 1, 2, 3 oder 4 Lagen erhalten.

 

D 📝 Auftrag: Tontrennung mit Pixlr

Öffne: pixlr.com/de → Pixlr Editor

Öffne dein Sepia-Bild.

Navigation: Einstellung → Posterisieren → 4 Farben → Anwenden

Navigation: Einstellung → Temperatur und Farbton → Temperatur: 100 / Tönung: –40

Speichere das Tontrennungsbild.

 

Klebetechnik-Experimente

Bevor du das Hauptbild beginnst, lernst du das Material kennen. Verpackungsklebeband (BOPP-Folie, braun) ist halbdurchsichtig – je mehr Lagen, desto dunkler. Es lässt sich mit Skalpell und Aluminiumlineal präzise schneiden.

 

F 📝 Auftrag: Helligkeitsskala

Klebe auf einem A5-Stück Druckfolie eine Skala: 1 – 2 – 3 – 4 – 5 Lagen braunes Band.

Lege sie auf das Leuchtpad. Fotografiere das Ergebnis.

Notiere: Ab wie vielen Lagen wirkt die Fläche fast undurchsichtig?

 

📝 Auftrag: Schnitt-Experiment

Teste verschiedene Schnitttechniken auf einem Reststreifen Folie:

– Mit Skalpell + Lineal: gerade, scharfe Kante

– Mit Skalpell freihand: organische, weiche Kurven

– Reissen von Hand: zufällige, raue Kante

Welche Technik erzeugst du wie im Bild verwenden?

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4️⃣  ENTSCHEIDEN

 

Jetzt wählst du Motiv und Vorgehen für dein Hauptbild. Dein Tontrennungsbild wird zur Vorlage unter der Folie.

 

📝 Auftrag: Konzept festlegen

Wähle ein endgültiges Motiv und drucke das Tontrennungsbild als A3 aus.

Markiere im Ausdruck: hell (1 Lage), mittel (2–3 Lagen), dunkel (4–5 Lagen).

Begründe schriftlich (3–5 Sätze): Warum dieses Motiv? Was gefällt dir an der Stimmung?

 

Faustregel Schichten:

  • 1 Lage → sehr hell, fast transparent (Lichter)
  • 2 Lagen → hell, warm-amber
  • 3 Lagen → mittlere Töne
  • 4 Lagen → dunkel
  • 5+ Lagen → fast schwarz (tiefste Schatten)

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5️⃣  VERDICHTEN

 

Das Hauptbild kleben

Lege das A3-Tontrennungsbild unter die Druckfolie oder das Acrylglas. Das Bild bleibt nur Vorlage – es wird nicht eingeklebt.

 

📝 Auftrag: Schicht für Schicht

Starte mit der dunkelsten Zone: Klebe eine Grundschicht braunes Band über alle Schattenflächen.

Füge danach Schicht für Schicht weitere Lagen hinzu, um Töne zu vertiefen.

Kontrolliere alle 15–20 Minuten auf dem Leuchtpad: Stimmt die Helligkeitsverteilung?

 

📝 Auftrag: Übergänge und Details

Schneide oder reisse das Band, um weichere Übergänge zu erzeugen.

Für sehr helle Stellen (Lichter): gar kein Band oder nur 1 schmale Lage.

Für harte Schatten (Film-Noir-Stil): 4–5 Lagen, präzise mit Skalpell und Lineal geschnitten.

 

Tipps: 

  • Band lässt sich vorsichtig ablösen – Korrekturen sind möglich
  • Skalpell + Alulineal für gerade Kanten, freihand für organische Formen
  • Schneidematte schützt die Unterlage
  • Geduld: ein A3-Bild kann 4–6 Lektionen dauern

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6️⃣  DOKUMENTIEREN

 

K 📝 Auftrag: Prozessfotos

Fotografiere mindestens 4 Zwischenschritte während der Arbeit (Folie auf dem Tisch, ohne Leuchtpad).

Fotografiere das fertige Bild:

  → ohne Licht (nur Klebeband sichtbar)

  → auf dem eingeschalteten Leuchtpad (Lichtbild aktiv)

Achte auf gute Beleuchtung und scharfe Aufnahmen.

 

📝 Auftrag: Kurz-Reflexion

Schreibe 3–5 Sätze: Was war überraschend? Was war schwierig? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

 

7️⃣  PRÄSENTIEREN

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Die Lichtbilder werden gemeinsam als leuchtende Installation im abgedunkelten Klassenzimmer präsentiert.

 

📝 Auftrag: Stille Galerie

Alle Lichtbilder liegen auf den LED-Leuchtpads. Das Zimmer wird abgedunkelt.

Geh durch die Galerie und schreibe zu 2 anderen Arbeiten je einen Kommentar auf Post-it:

  → Was gefällt dir besonders?

  → Welche Stimmung erzeugt das Bild?

 

📝 Auftrag: Kurzpräsentation (ca. 2 Min.)

Erkläre der Klasse: Welches Motiv hast du gewählt und warum?

Was hast du über die Technik gelernt? Was war dein grösster Moment beim Kleben?

Materialien

  • Packband braun
  • Druckfolie transparent
  • Acrylglas XT transparent
  • Skalpell / Schablonenmesser
  • Aluminiumlineal 50 cm
  • Schneidematte 30 × 45 cm
  • LED-Leuchtpad A3

 

Reflexionsfragen

  • Was hat dich an der Technik von Max Zorn am meisten überrascht?
  • Wie viele Lagen hast du in den dunkelsten Bereichen verwendet?
  • Was ist dir besonders gut gelungen – und warum?
  • Was war die grösste Herausforderung beim Kleben?
  • Wie hat die Sepia-Stimmung dein Motiv verändert?
  • Was würdest du beim nächsten Mal anders wählen – Motiv oder Technik?

 

Bewertungskriterien 

 

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