Netzabwicklungen von Verpackungen 

 

📝 Auftrag 1

Informiere dich über die wichtigsten Inhalte zu Netzabwicklungen.

 

Hast du dich schon mal gefragt, wie aus einem flachen Stück Karton eine coole Verpackung wird? Die Antwort heißt: Netzabwicklung oder Körpernetz.

Eine Netzabwicklung ist die flache, ausgebreitete Form einer dreidimensionalen Verpackung. Stell dir vor, du nimmst eine Schachtel auseinander und legst alle Seiten flach auf den Tisch – das ist die Netzabwicklung. Sie zeigt dir alle Flächen, Klebelaschen und Falzlinien, die du brauchst, um die Verpackung wieder zusammenzubauen.

Warum ist das wichtig für dich? Jede Verpackung, die du kennst – von der Müsli-Box über Schuh-Kartons bis zu Geschenkschachteln – beginnt als flache Vorlage. Wenn du verstehst, wie Netzabwicklungen funktionieren, kannst du:

  • Eigene kreative Verpackungen entwerfen
  • Ungewöhnliche Formen für besondere Produkte entwickeln
  • Verstehen, wie Design und Funktion zusammenspielen
  • Professionelle Verpackungen wie ein echter Designer planen

 

Teile einer Netzabwicklung 

Hauptflächen:

  • Seitenflächen - die Hauptwände der Verpackung (meist 4 Seiten bei rechteckigen Schachteln)
  • Boden - die Grundfläche, auf der die Verpackung steht
  • Deckel - die obere Schließfläche

 

Verbindungselemente:

  • Klebelaschen (auch Klebefalze) - kleine Streifen zum Zusammenkleben der Verpackung
  • Falzlinien - gestrichelte oder geprägte Linien, wo gefaltet wird
  • Stecklaschen - Laschen, die ineinandergesteckt werden (ohne Kleber)

 

Verschlusselemente:

  • Einstecklaschen - werden in Schlitze gesteckt
  • Verschlusslaschen - zum Schließen des Deckels
  • Arretierungen - kleine Vorsprünge, die einrasten

 

Zusätzliche Elemente:

  • Tragegriffe - ausgestanzte Grifföffnungen
  • Perforation - vorgestanzte Abrisslinien zum leichteren Öffnen
  • Fenster - ausgestanzte Bereiche (manchmal mit Folie)
  • Verstärkungen - doppelte Lagen an stark belasteten Stellen

 

Wichtig: Alle Teile sind auf einer flachen Fläche (2D) angeordnet und werden durch Falten zum dreidimensionalen Körper (3D).

📝 Auftrag 2

Es gibt unterschiedliche Arten von Schachteln. Falte mindestens 2 Netzabwicklungen von diesen Schachteln.

 

Faltschachteln
Faltschachteln bestehen aus einem Stück mit einer Laschenklebung, Drahtheftung beziehungsweise Klebestreifen-verbundenen Fabrikkante sowie den Boden- und/oder Deckelklappen. Sie werden flachliegend versandt, sind gebrauchsfertig und werden mit den Boden- oder Deckelklappen verschlossen.

Stülpschachteln

Eine Stülpschachtel oder auch Deckelschachtel besteht aus zwei oder mehreren Teilen. Ein Oberteil wird über ein Unterteil oder beides über einen Rumpf gestülpt. In Abb. 137 dargestellt ist FEFCO 0301: Durch die versetzten Schlitze verteilen sich die Überlappungen auf die verschiedenen Seiten der Schachteln und das Übereinanderstulpen wird erleichtert.

Tray

Ein Tray oder eine Falthülle ist eine Verpackung, bestehend aus einem Zuschnitt, bei dem zwei oder alle Wände am Boden anhängen. Beispiel FEFCO 0422: Hier greifen bei der Stanzung stehen gebliebene Laschen in Schlitze. Dadurch entsteht eine Art Sperre, die das Zurückklappen des stirnseitigen Einschlages verhindert (siehe Abb. 138).

Schiebeschachteln
Eine Schiebeschachtel oder auch Gürtelschachtel besteht aus mehreren in verschiedenen Richtungen ineinander schiebbaren Ringeinsätzen und Manschetten. Zu dieser Gruppe gehören auch Überschiebhülsen.

Formfeste Schachteln
Formfeste Schachteln bestehen aus zwei Seitenteilen und einem Mittelteil, das Boden und Deckel bildet. Diese Schachteln können als vorbereitete Zuschnitte geliefert werden und sind dann vom Verbraucher durch Drahtheftung zu verbinden. Diese Verpackungsart hat heute an Bedeutung verloren.

Fertig geklebte Schachteln
Fertig geklebte Schachteln sind einteilige faltbare Schachteln. Sie werden zusammengelegt und können durch einfaches Aufrichten gebrauchsfertig aufgestellt werden. Die Schachteln können mit einem Faltboden (Faltbodenschachtel) oder mit Diagonalbiegung (Aufrichteschachtel) ausgerüstet sein.

📝 Auftrag 3