Technik 9: Phantasieren

 

Surrealismus

Im Surrealismus verschmelzen Traum und Wirklichkeit zu neuen, oft unlogischen Bildwelten. Künstlerinnen und Künstler wie René Magritte kombinierten alltägliche Dinge so, dass sie plötzlich geheimnisvoll, poetisch oder rätselhaft wirken.
Beim Collagieren im surrealistischen Stil darfst du träumen, übertreiben und überraschen – je ungewöhnlicher die Kombination, desto spannender das Ergebnis.

 

Surrealismus - Definition für den Kunstunterricht

  • Kunstrichtung, die um 1920 in Paris entstand
  • Bedeutung: "über dem Realismus" oder "überrealistisch" (vom französischen "surréalisme")
  • Ziel: Die Welt der Träume, des Unbewussten und der Fantasie sichtbar machen
  • Darstellung von unmöglichen oder absurden Dingen – wie in einer Traumwelt
  • Durchbrechen der strengen Regeln der Vernunft
  • Zeigen, was unter der Oberfläche unseres Bewusstseins liegt

 

Fünf wichtige Vertreter:

  • Salvador Dalí (Spanien) - berühmt für schmelzende Uhren und bizarre Traumlandschaften
  • René Magritte (Belgien) - rätselhafte Szenen mit schwebenden Objekten und unmöglichen Situationen
  • Max Ernst (Deutschland) - experimentierte mit vielen Techniken und schuf fantastische Mischwesen
  • Joan Miró (Spanien) - abstrakte, spielerische Bildwelten mit Symbolen und Zeichen
  • Frida Kahlo (Mexiko) - symbolische Selbstporträts mit persönlichen Erfahrungen

 

Zehn Eigenschaften des surrealistischen Stils:

  • Traumhafte und irrationale Bildwelten
  • Ungewöhnliche Objektkombinationen (z.B. ein Apfel vor einem Gesicht)
  • Verzerrung von Raum und Zeit
  • Fantastische Mischwesen aus verschiedenen Lebewesen
  • Hyperrealistische Maltechnik bei unmöglichen Inhalten
  • Symbolische und rätselhafte Bildelemente
  • Automatismus (spontanes Malen ohne Nachdenken)
  • Doppelung und Metamorphose von Objekten
  • Geheimnisvolle und beunruhigende Atmosphäre
  • Verbindung von gegensätzlichen Elementen, die normalerweise nicht zusammenpassen

 

Anleitung: Collagieren im Surrealismus

 

🎯 Ziel

Es entstehen traumhafte, unlogische Bildwelten, in denen reale Dinge auf überraschende Weise miteinander kombiniert werden. Die Collage soll zum Staunen, Nachdenken oder Schmunzeln anregen.


1. Idee finden

  • Überlege dir ein Thema, einen Traum oder ein Gefühl (z. B. „Freiheit“, „Schweben“, „Verwandlung“, „Zeit“).

  • Stelle dir vor, wie sich Alltagsobjekte ungewöhnlich verhalten könnten:

    • Ein Regenschirm, der fliegt.

    • Ein Fisch, der in der Wüste schwimmt.

    • Eine Tür, die in den Himmel führt.

  • Schreibe 2–3 verrückte Kombinationen auf, bevor du beginnst.

 


2. Bildmaterial sammeln

  • Suche Fotos aus Zeitschriften, alten Büchern oder Internet-Ausdrucken.

  • Wähle reale Gegenstände oder Landschaften, keine Cartoons.

  • Achte auf unterschiedliche Größen, damit du gut kombinieren kannst.

 


3. Ausschneiden und Kombinieren

  • Schneide die Bildelemente sauber oder bewusst unregelmäßig aus.

  • Probiere verschiedene Kombinationen aus, ohne sofort zu kleben.

  • Suche nach ungewohnten Begegnungen: groß + klein, innen + außen, Mensch + Objekt, Natur + Technik.

  • Spiele mit Überlagerungen und Größenverzerrungen – das Unlogische ist erwünscht!

 


4. Komposition und Hintergrund

  • Lege alle Teile so, dass eine spannende Geschichte entsteht.

  • Der Hintergrund kann leer, einfarbig, fotografisch oder selbst gemalt sein.

  • Achte auf Kontrast und Balance – auch ein Traum braucht Ordnung.

 


5. Fixieren und Verfeinern

  • Wenn du zufrieden bist: kleben!

  • Ergänze bei Bedarf mit Zeichnung, Farbe oder Schatten, um die Illusion zu verstärken.

  • Gib deiner Collage einen Titel, der neugierig macht oder Fragen offenlässt.