Projektauftrag

 

Aufgabenstellung

Du baust deine eigene BG-Mappe aus Graupappe und gestaltest die Vorderseite so, dass sie sofort als deine Mappe erkennbar ist. Deine Initialen – verwandelt in ein Monogramm oder eine Ligatur – bilden das gestalterische Herzstück des Deckels. Du entwickelst dazu ein eigenes Farbkonzept und setzt es mit Acrylfarben um.

 

👁  1 — BEOBACHTEN

Monogramme und Ligaturen entdecken

Monogramm: Zwei oder mehr Buchstaben werden nebeneinander oder ineinander verschachtelt – bleiben aber als einzelne Buchstaben erkennbar. Beispiele: LV (Louis Vuitton), YSL, Rolls-Royce, Under Armour.

Ligatur: Zwei Buchstaben verschmelzen gestalterisch zu einer Form – oft teilen sie sich einen gemeinsamen Balken oder Strich. Klassische Beispiele: fi, fl, ff, æ.

📝 Auftrag 1

Welche beiden Buchstaben sind in diesen Logos versteckt? Schau dir die Beispiele auf medienundinformatik.online/bg-7/zeichnungsmappe/monogramme-und-ligaturen an und notiere deine Lösungen.

📝 Auftrag 2

Suche in deiner Umgebung (Kleidung, Apps, Gebäude) nach mindestens 5 Logos, die Monogramme oder Ligaturen verwenden. Fotografiere oder zeichne sie ab.

 

🗂  2 — SAMMELN

Inspiration und Farbwelt aufbauen

Sammle Inspiration für dein eigenes Monogramm/deine Ligatur und dein Farbkonzept.

1.    Suche auf Pinterest oder Dribbble (dribbble.com/shots/popular/branding) nach Monogramm-Logos mit deinen Initialen oder ähnlichen Buchstaben.

2.    Schau dir auch Logo Modernism an: archive.org/details/logo_modernism – welche Stile gefallen dir?

3.    Öffne Adobe Color Wheel (color.adobe.com/create/color-wheel) und entscheide dich für eine Farbharmonie. Welche Farbstimmung passt zu dir? Wähle zwischen:

•       Monochromatisch – eine Farbe, verschiedene Helligkeiten

•       Analog – benachbarte Farben, wirkt ruhig und harmonisch

•       Komplementär – Gegenfarben, maximaler Kontrast

•       Triadisch – drei gleichmässig verteilte Farben, bunt und ausgewogen

 

Adobe Color Wheel → https://color.adobe.com/create/color-wheel 

Farbpaletten-Inspiration →  https://coolors.co/ 

 

🧪  3 — EXPERIMENTIEREN

Buchstaben und Farben erproben

Jetzt wird ausprobiert – auf Papier, mit Bleistift, mit Farbe. Mindestens 3 Varianten deines Monogramms/deiner Ligatur und mindestens 2 Farbpaletten-Varianten.

Monogramm/Ligatur

1.    Schreibe deine Initialen in verschiedenen Reihenfolgen und Grössen (z.B. gross/klein, links/rechts).

2.    Verwende verschiedene Rastervorlagen (Quadrat, Kreis, Dreieck als Rahmen).

3.    Teste negativen Raum: Zeichne nicht den Buchstaben, sondern den Raum um ihn herum.

4.    Probiere mindestens drei Varianten: a) ineinander verwoben, b) überlagert, c) in eine Form eingepasst.

Farbmischung mit Acryl

Grundregel: Gib immer die dunklere Farbe in die hellere. Mische mit einem Spachtel, nicht mit dem Pinsel.

Sekundärfarben: Gelb + Magenta = Orange · Gelb + Cyan = Grün · Magenta + Cyan = Violett

Aufhellen: Weiss macht Farben pastelliger. Schwarz wird sparsam eingesetzt, um die Leuchtkraft zu erhalten.

5.    Misch deine gewählten Farbtöne auf einem Testblatt an und klebe Farbproben auf.

6.    Probiere dein Monogramm/deine Ligatur in mindestens 2 verschiedenen Farbkombinationen.

Online-Farbmischer Mixbox → https://scrtwpns.com/mixbox/painter/ 

 

✅  4 — ENTSCHEIDEN

Die beste Variante wählen

Lege alle deine Entwürfe nebeneinander und wähle eine Variante – sowohl für die Buchstabengestaltung als auch für die Farbpalette.

1.    Wähle dein finales Monogramm/deine finale Ligatur.

2.    Wähle deine finale Farbpalette (maximal 3 Farben + Schwarz/Weiss).

3.    Schreibe in 2–3 Sätzen auf, warum du diese Variante gewählt hast: Was gefällt dir daran? Wie wirkt sie – ruhig, laut, elegant, modern?

📝 Auftrag 3

Begründung schriftlich: Ich habe mich für diese Variante entschieden, weil …

 

🎨  5 — VERDICHTEN

Teil A: Mappe bauen

Zuerst baust du deine Graupappe-Mappe:

1.    Schneide die Graupappe (Stärke 3 mm, Format 70 x 100 cm) auf Mass zu.

2.    Verstärke alle Kanten und Ecken mit schwarzem Gewebeband (50 mm breit).

3.    Befestige das Nahtband als Verschluss (3 Paare).

4.    Achte auf saubere Winkel und gleichmässige Klebstreifen.

 

Teil B: Mappendeckel gestalten

5.    Zeichne dein Monogramm/deine Ligatur auf den Deckel (erst mit Bleistift vorzeichnen).

6.    Mische deine Farben gemäss deiner finalen Farbpalette an.

7.    Male mit Acrylfarben: Hintergrund zuerst, dann Buchstaben, dann Feinheiten.

8.    Achte auf saubere Kanten, gleichmässigen Farbauftrag und Kontrastwirkung.

9.    Lass jeden Farbauftrag vollständig trocknen bevor du die nächste Schicht aufträgst.

 

Faustregel: Weniger ist mehr – 2–3 Farben wirken stärker als viele. Dein Monogramm muss auch aus 2 Meter Distanz lesbar sein.

 

📸  6 — DOKUMENTIEREN

Den Prozess festhalten

Fotografiere deinen Arbeitsprozess – so entsteht eine Dokumentation, die zeigt, wie deine Mappe geworden ist.

•       Entwurfsskizzen (alle Monogramm-/Ligaturvarianten)

•       Farbpalette mit aufgeklebten Farbproben

•       Mappe in Bau-Phase (vor dem Kleben, nach dem Verstärken)

•       Zwischenschritte beim Bemalen (Vorzeichnung, Hintergrundfarbe, fertige Initialen)

•       Fertige Mappe – Vorderseite (Nahaufnahme) und Gesamtansicht

Hefte deine Skizzen, Farbproben und die Begründung aus Stufe 4 in die fertige Mappe ein.

 

🌟  7 — PRÄSENTIEREN

Die Mappe zeigen und reflektieren

Legt alle fertigen Mappen in einer Stillen Galerie auf den Tischen aus.

1.    Stille Galerie: Gehe langsam durch die Klasse und betrachte die Arbeiten der anderen – ohne zu sprechen.

2.    Feedback: Klebe einen Klebezettel mit einem Kompliment an eine Arbeit, die dich besonders beeindruckt.

3.    Kurz-Präsentation: Erkläre in 1–2 Minuten deiner Klasse: Welche Farbharmonie hast du gewählt? Was bedeutet dein Monogramm/deine Ligatur für dich?

Selbstreflexion

•       Was ist dir handwerklich besonders gut gelungen?

•       Was war gestalterisch die grösste Herausforderung?

•       Was würdest du beim nächsten Mal anders machen – bei der Gestaltung oder beim Bau?

•       Was hat dich überrascht beim Mischen der Farben?

 

Beurteilungskriterien